Die Mondfinsternis einfach erklärt

Rund zweimal im Jahr stehen Mond, Erde und Sonne in einer Linie. Der Schatten der Erde wird auf den Mond geworfen und das Licht der Sonne wird gebrochen. Wir sehen eine Mondfinsternis. Auch dieses Jahr ist es bald wieder so weit. Verschiedene Teleskope versprechen eine ganz besondere Sicht auf dieses Spektakel.

Wie entsteht eine Mondfinsternis?

Wie entsteht eine Mondfinsternis?

Der Mond umkreist die Erde auf seiner Bahn. Er reflektiert das Licht der Sonne und erstrahlt für uns als zunehmende oder abnehmende Sichel. Wenn Mond, Sonne und Erde in einer Linie sind, verschwindet der Mond im Schatten der Erde. Eine einfache Animation hilft, um sich das Ganze besser vorstellen zu können.

Eine Mondfinsternis kann nur bei Vollmond entstehen. Da die Umlaufbahn des Mondes leicht geneigt ist, findet die Mondfinsternis jedoch nicht bei jedem Vollmond statt. Damit alle drei Himmelskörper in einer Linie sind, muss der Mond sich in der Nähe eines sogenannten Mondknotens befinden. Mondknoten sind die beiden Punkte, wo sich die Erdumlaufbahn und die Mondbahn schneiden.

Bei einer Mondfinsternis bietet sich im Gegensatz zur Sonnenfinsternis überall auf der Welt der selbe Anblick. Der Mond muss einfach zum Zeitpunkt der Finsternis über dem Horizont sein. Bei jeder Sonnenfinsternis kommt es vier Wochen davor und danach zu einer Mondfinsternis.

Die Berechnung zur Vorhersage einer Mondfinsternis ist schwierig. Die Bahn der Himmelskörper kann nur approximativ bestimmt werden. Anhand von Beobachtungen können diese Vorhersagen dann bestätigt oder verbessert werden. Auch der Schattenwurf der Erde und die Brechung des Sonnenlichts werden bei der Berechnung vernachlässigt.

Formen der Mondfinsternis

Nicht jede Mondfinsternis ist gleich. Je nach Lage des Mondes tritt er in einen unterschiedlichen Bereich des Erdschattens. Es wird unterschieden zwischen dem Kernschatten, dem Halbschatten und dem Bereich außerhalb des Erdschattens. Es können drei Arten von Mondfinsternissen entstehen: die Halbschattenfinsternis, die partielle Kernschattenfinsternis und die totale Kernschattenfinsternis.

Halbschattenfinsternis

Mond, Erde und Sonne befinden sich nicht genau in einer Linie. Der Mond wandert durch den Halbschatten der Erde. Nur ein Teil des Sonnenlichts wird durch die Erde zurückgehalten. Der Vollmond erscheint einfach etwas dunkler als gewöhnlich. Die Halbschattenfinsternis wird deshalb oft nicht als solche erkannt.

Eine totale Halbschattenfinsternis ist sehr selten, da der Ring des Halbschattens ungefähr dem Durchmesser des Mondes entspricht. Eine Halbschattenfinsternis ist deshalb auch viel kürzer als eine totale Mondfinsternis.

Partielle Kernschattenfinsternis

Nur ein Teil des Mondes wird dunkel, da die Linie Mond, Erde und Sonne nicht ganz gerade ist. Nur dieser dunkle Teil befindet sich im Kernschatten der Erde und wird nicht mehr direkt von der Sonne beleuchtet. Der schattierte Bereich erscheint meist in einer orangen Farbe. Der helle Teil befindet sich wie bei der Halbschattenfinsternis einfach im Halbschatten der Erde und erscheint etwas dunkler als gewöhnlich.

Partielle Kernschattenfinsternis

Totale Kernschattenfinsternis

Bei einer totalen Mondfinsternis befindet sich die gesamte zur Erde gerichtete Seite des Mondes für einige Zeit im Kernschatten der Erde. Es fällt zwar kein direktes Sonnenlicht auf den Mond, aber trotzdem können wir ihn dank ein paar gebrochenen Sonnenstrahlen sehen.

Die totale Mondfinsternis wird auch Blutmond genannt, da der Mond in roter Farbe erleuchtet. Die Sonnenstrahlen werden durch die Erdatmosphäre so gebrochen, dass nur noch der langwellige rote Lichtanteil bei der Erde ankommt.

Der Verlauf der Mondfinsternis beginnt mit dem Eintritt in den Halbschatten. Es folgt der Eintritt in den Kernschatten bis zum Beginn der Totalität. Danach tritt der Mond langsam wieder aus dem Kernschatten aus, bis er auch aus dem Halbschatten verschwunden ist.

Der Durchmesser des Kernschattens der Erde ist etwas dreimal so groß wie der Durchmesser des Mondes. Eine totale Verfinsterung dauert etwa 100 Minuten. Wenn der Mond am oberen oder unteren Rand des runden Schattens durchzieht, geht die totale Mondfinsternis weniger lang.

Totale Kernschattenfinsternis - Blutmond

Wann ist die nächste Mondfinsternis?

Damit du auch ja keine Mondfinsternis verpasst alle Termine auf einen Blick:

Datum Form Ortszeit Europa/Berlin* Sichtbarkeit
27. – 28. Jul 2018 totale Mondfinsternis 19:14 Uhr – 1:28 Uhr Großteil von Europa, Großteil von Asien, Australien, Afrika, Süd in Nordamerika, Südamerika, Pazifik, Atlantik, Ind. Ozean, Antarktis
20.- 21. Jan 2019 totale Mondfinsternis 3:36 Uhr – 8:48 Uhr Europa, Asien,  Afrika, Nordamerika, Südamerika, Pazifik, Atlantik, Ind. Ozean, Arktis
16. – 17. Jul 2019 partielle Mondfinsternis 20:43 Uhr – 2:17 Uhr Großteil von Europa, Großteil von Asien, Australien, Afrika, Süd/Ost Nordamerika, Südamerika, Pazifik, Atlantik, Ind. Ozean, Antarktis
10. – 11. Jan 2020 Halbschatten- finsternis 18:07 Uhr – 22:12 Uhr Europa, Asien, Australien, Afrika, Großteil von Nordamerika, Ost in Südamerika, Pazifik, Atlantik, Ind. Ozean, Arktis
5. – 6. Jun 2020 Halbschatten-

finsternis

19:45 Uhr – 23:04 Uhr Großteil von Europa, Großteil von Asien, Australien, Afrika, Süd/Ost Südamerika, Pazifik, Atlantik, Ind. Ozean, Antarktis

* Achtung je nach Sonnenaufgang- oder untergang ist die Mondfinsternis in dieser Zeitzone leider nicht sichtbar.

Die totale Mondfinsternis am 27. Juli ist die längste Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts. Der Abstand zwischen der Erde und dem Mond und zwischen der Erde und der Sonne ist in dieser Nacht speziell groß. Die Mondfinsternis ist in Teilen Europas (auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz) zu sehen.

Möchtest du dieses Naturphänomen für die Ewigkeit festhalten, dann kannst du die Mondfinsternis mit einer Spiegelreflexkamera festhalten. So kannst du auch deine Familie und Freunde an diesem Erlebnis teilhaben lassen. Nun bist du perfekt gewappnet für die nächste Mondfinsternis.