Okulare – Sinnvolle Optimierung für das eigene Teleskop

In meinem Artikel zum Thema Vergrößerung beim Teleskop hatte ich ja bereits aufgezeigt, dass bei der Berechnung die verwendeten Okulare eine entscheidende Rolle spielen. Während man die Brennweite des Teleskops nicht verändern kann, lässt sich die Vergrößerung durch das eingesetzte Okular verändern. Wer sich ein Teleskop kauft, findet im Lieferumfang meist 2-3 Okulare. Allerdings sind diese Okulare meist von schlechter Qualität und nicht optimal auf das Teleskop abgestimmt.

Als Beispiel möchte ich hier wieder mein Bresser 70/900 Teleskop nutzen. Im Lieferumfang waren drei Okulare mit folgenden Brennweiten: ein 20 mm, ein 12,5 mm und ein 4 mm Okular. Für erste Beobachtungen kann man das 20 mm und das 12,5 mm Okular durchaus nutzen. Das 4 mm Okular erzeugt eine so hohe Vergrößerung, die man einfach nicht scharf bekommt. Alle drei Okulare sind qualitativ natürlich unterirdisch. Plastik ist hier das Stichwort, sogar bei den Linsen.

Vernünftige Okulare für optimale Vergrößerungen und Bildschärfe

Eines meiner Okulare, das Orbinar Super Weitwinkel Okular 70° FMC 1,25“ 31,7mm SWA 12mm

Doch welche Okulare sind denn nun eigentlich sinnvoll bzw. welche Okulare passen zu meinem Teleskop? Das hängt natürlich auch von den eigenen Vorlieben ab. Möchte man sich eher auf den Mond und die Planeten oder lieber Deep Sky Objekte wie Kugelsternhaufen oder Nebel spezialisieren. Generell finde ich aber eine Sammlung von 3 verschiedenen Okularen gerade für den Anfang nicht schlecht. Ich würde zu einem Okular mit großer Brennweite für die größere Übersicht, ein mittleres Okular und ein Okular, das die förderliche Vergrößerung ausreizt empfehlen.

Doch wie wirken sich die verschiedenen Okulare im Detail aus? Dazu kann ich jedem den Okularrechner auf der Webseite der Sternfreunde Münster empfehlen. Hier kann man, nachdem man die Daten des eigenen Teleskops eingetragen hat, verschiedene Okulare virtuell ausprobieren. Und zwar an unterschiedlichen Objekten:

Das erste Bild zeigt den Mond durch ein ein 32,5 mm Okular. Die Vergrößerung liegt hier konkret bei 27-fach. Wie man sehen kann, ist ein solches Okular für die Details nicht so gut geeignet. Dafür kann man sich mit diesem Okular einen prima Überblick verschaffen, insbesondere bei Deep Sky Beobachtungen. Das Bild in der Mitte wäre der Ausblick, den ein 12 mm Okular in Kombinationen mit meinem Bresser 70/900 liefern würde. Die Vergrößerung wäre in diesem Fall 75-fach. Schon eine gute Möglichkeit etwas genauer hinzuschauen. Ganz rechts dann das Bild mit der förderlichen Vergrößerung, genauer gesagt der Mond mit 138-facher Vergrößerung. Erzielt wird diese Vergrößerung mit einem 6.5 mm Okular.

Welche Okluar-Typen gibt es eigentlich?

Die verschiedenen Okulartypen unterscheiden sich in erster Linie durch die Anzahl und Anordnung der Linsen. Die einfachsten Okulare sind die Huygens. Sie bestehen aus zwei Linsen, die aber nicht miteinander verbunden sind. Qualitativ und preislich handelt es sich hierbei um die unterste Grenze. Meist liegen diese Okulare den Teleskop-Komplettangeboten z.B. beim Discounter bei.

Über Kellner Okulare, Orthoskopische Okulare, Plössl bis hin zu Erfle und Nagler steigert sich dann die Anzahl der Linsen und die Qualität und auch der Preis. Die am häufigsten eingesetzten Okulare sind Plössl-Okulare, da sich hier das beste Preis-/Leistungsverhältnis gibt.

Wer sich genau über die verschiedenen Okular-Typen informieren möchte, dem empfehle ich einen Blick auf folgende Webseiten:

Oder wenn Fragen sind, einfach hier mit mir Kontakt aufnehmen…

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