Kometen – Gast-Artikel von Tim Ruster (Astro-Comics)

Wer kennt sie nicht: Diese Typen, die sich ganz nach oben gearbeitet haben – sozusagen Stufen in kosmischer Höhe auf der Karriere-Leiter erklommen haben. Die immer in den schillerndsten Farben an einem vorbei huschen und es scheinbar sehr eilig haben ihr Ziel zu erreichen. Für uns Normalsterbliche bleibt oft nicht mehr zu sehen als eine Staubwolke, wenn sie in Ihrem ewigen Streben, das Zentrum der Macht zu erreichen, an uns vorbei ziehen. Wenn man sie anspricht, wirken sie oft eiskalt. Die Rede ist natürlich nicht von Geschäftsleuten von der Wallstreet oder Frankfurter Börse sondern von… Kometen!

Kometen – Wanderer unseres Sonnensystems

Kometen - Gast-Artikel von Tim Ruster (Astro-Comics)Kometen sind die eisigen Wanderer unseres Sonnensystems. Oft starten sie ihre astronomische Karriere ganz am Rande des Sonnensystems – sogar noch weit hinter Pluto. Von dort aus bewegen sie sich in langen Abständen Richtung Mitte des Sonnensystems, also immer näher an die Sonne heran, die sicherlich den obersten Chefposten bekleiden würde, wenn unser Sonnensystem eine GmbH wäre. Um sich so weit auf der Karriereleiter nach oben zu arbeiten, nehmen Kometen eine lange Zeit in Kauf. Der bekannte Halleysche Komet braucht beispielsweise 76 Jahre, um die Sonne einmal zu umrunden.

Wie das aber im Geschäftsleben und dem Streben nach Macht manchmal so ist, kann man sich an den eigenen Ambitionen schon mal verbrennen: Wenn die eisigen Besucher vom Rande des Sonnensystems der Sonne zu nahe kommen, fangen sie an zu schmelzen und verlieren immer mehr von ihrer Eisschicht. Die meisten Kometen sind die Hitze in der Chefetage aber gewohnt und schmelzen nicht komplett – etwas abgetaut und in ihren beruflichen Ambitionen zurück geworfen machen sie sich auf den Weg zurück zum Rande des Sonnensystems. Dieser Zyklus wiederholt sich bis der Komet irgendwann komplett geschmolzen ist – ein bisschen wie der tägliche Gang ins Büro, oder?

Wie viele machthungrige Menschen besitzen aber auch Kometen hinter der schillernden Fassade einen schmutzigen Kern. Sie bestehen zu einem großen Teil aus staubigen Dreck, der sich hinter der unnahbaren Eisfassade verbirgt. Aber in ihrem Streben der Macht verraten die Karriere-Kometen ihr Inneres: Sobald sie der Sonne zu nah kommen, schmilzt das Eis und wird zusammen mit Staub und Dreck nach hinten geweht. Diese Eis-Dreck-Mischung beginnt zu leuchten und der für Kometen typische Schweif entsteht.

Über den Autor:

Tim Ruster ist Erfinder und Autor der Cartoon-Reihe Astro-Comics. Mit den astronomischen Cartoons erklärt er auf humorvolle Weise den Weltraum. Mehr Astro-Comics findet Ihr auf www.astro-comics.de

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