Wer hat das Fernrohr erfunden – ein kleiner Ausflug in die Geschichte?

Wer hat eigentlich das Fernrohr erfunden und wie kam es dazu? Bereits vor der eigentlichen Erfindung des Fernrohrs, wie es heutzutage bekannt ist, wurde eine sehr ähnliche Konstruktion benutzt. Diese verfügte jedoch nicht über die wichtige Linsenoptik im Inneren. Es handelte sich eher um ein einfaches Rohr, das lediglich dazu diente Streulicht auszublenden. Besonders Objekte am Himmel, beispielsweise Vögel konnten dadurch besser beobachtet werden.

Im Gegensatz zu vielen anderen Erfindungen, handelt es sich bei dem Fernrohr somit um eine schleichende Verbesserung und Weiterentwicklung, die letztendlich von einem Mann zu einer fertigen Konstruktion perfektioniert wurde.

So wurde das Fernrohr erfunden

So wurde das Fernrohr erfunden

Kann man also nicht genau sagen, wann das Fernrohr erfunden wurde und von wem? In der Antike wurde das Fernrohr, ohne Linsenoptik für die Astronomie genutzt. Kurz vor der frühen Neuzeit, wurde die Idee des Fernrohrs dann erneut aufgegriffen. Es sollte damals dazu dienen, die Gestirne zu beobachten. Leonardo da Vinci stellte seinerzeit bereits Überlegungen an, wie unter der Verwendung von Linsen ein Fernrohr zur Vergrößerung konzipiert werden könnte.

Doch erst als im 13. Jahrhundert Brillen und die darin enthaltenen Brillengläser für einen Großteil der Bevölkerung zugänglich gemacht werden konnte, war der Grundstein für das moderne Fernrohr gelegt. Denn zuvor war nicht bekannt, wie die optischen Linsen richtig verwendet und geschliffen werden müssen.

Die ersten Versuche, einen Prototyp des Fernrohres zu bauen, scheiterten daran, dass die verwendeten Linsen zu ungenau waren. Die damalige Technik erlaubt es noch nicht, das Glas so fein zu bearbeiten, wie es für ein funktionsfähiges Fernrohr nötig ist. Zwei Jahrhunderte später, im 15. Jahrhundert änderte sich dies. Denn der von Gutenberg erfundene Buchdruck ermöglichte der breiten Bevölkerung das Lesen.

Das hatte wiederum Einfluss auf die Bildung der Bürger und auf die Nachfrage nach Brillen. Dadurch stieg auch die Anzahl der Brillenhersteller sprunghaft an. Es wurden zunehmend neue Techniken entwickelt, welche auch der Entwicklung des modernen Fernrohrs zu Gute kamen.

die ersten richtigen Fernrohre

Die ersten richtigen Fernrohre

Somit wurde die Idee von dem Fernrohr nicht wirklich von einer einzigen Person entwickelt. Jedoch wurde das erste wirklich taugliche Fernrohr im Jahre 1608 von Hans Lipperhey fertiggestellt. Von Beruf war er Brillenschleifer. Vor allem als militärisches Hilfsmittel konnte sich das Fernrohr schnell etablieren.

Zwar deutete der Erfinder Lipperhey auch darauf hin, dass das Fernrohr genutzt werden könnte, um Gegenstände am Himmel besser sehen zu können, durch den anhaltenden Krieg gegen Spanien rückte dies jedoch in den Hintergrund. Im Inneren des damaligen Fernrohrs befanden sich zwei Linsen und eine Blende.

Die verbaute Technik war natürlich nicht vergleichbar mit der Technik heutiger Fernrohre, trotzdem führte sie damals zu einer militärischen Überlegenheit. Patentieren lassen konnte der Entwickler sich sein Fernrohr allerdings nicht, da bereits ähnliche Produkte auf den Markt waren. Dies animierte natürlich viele andere Personen, ähnliche Konstruktionen zu entwickeln. In den folgenden Jahren wurde das Fernrohr deshalb fast zu einer Art Alltagsgegenstand.

Auch Galileo Galilei baute, nur ein Jahr nach Lipperhey sein bekanntes Fernrohr. Er ging allerdings in die Geschichte ein, da es ihm gelang mit seiner Konstruktion bisher unbekannte Himmelskörper zu entdecken.

Im Jahr 1611 wurde das astronomische Fernrohr von Johannes Kepler entwickelt. Es ist davon auszugehen, dass auch er durch die Konstruktion von Lipperhey inspiriert wurde.

Zusammenfassung und Fazit

Es kann also nicht wirklich gesagt werden, wer das Fernrohr erfunden hat und wann es genau passiert ist. Das erste wirkliche Fernrohr wurde von Hans Lipperhey entwickelt, doch auch Galileo stellt nur ein Jahr später seine Fernrohr-Konstruktion vor. Und auch Johannes Kepler orientierte sich bei seinem astronomischen Fernrohr an dem Entwurf von Lipperhey.

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